Gas in der Arktis

Die knapper werdenen fossilen Brennstoffe lassen nun auch den Blick in Regionen der Erde schweifen, in die man sich bis jetzt aus unterschiedlichen Gründen nicht vorgewagt hat. Legt man den derzeitigen Ölverbrauch zu Grunde, könnte die Weltwirtschaft drei Jahre damit auskommen. Die US-Regierung hat ein geologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Die Wissenschaftler vermuten, dass im Meeresboden 90 Milliarden Barrel Öl (13% der noch icht gefundenen Vorkommen), 47,3 Milliarden Barrel Erdgas (etwa 30% der unentdeckten Vorkommen) und 44 Milliarden Barrel Flüssiggas (ca. 20% der unentdeckten Vorkommen) lagern. Es handelt sich dabei um noch nicht entdeckte, jedoch förderbare Ressourcen. 22 % der unentdeckten, aber förderbaren Vorräte sollen hier auf ihre Erschließung warten. Ölsande und Gashydrate nicht mit eingerechnet.

Verteilung des Gases

Für die Analyse stützten sich die Geologen auf vorhandene Daten. Diese waren recht unterschiedlich, je nachdem inwieweit die Forschungen der Anrainerstaaten vorangeschritten sind. Das Gebiet nördlich des Polarkreises wurde in 25 Provinzen aufgeteilt. Das Gebiet nördlich von Alaska ist z.B. gut untersucht, das von Ostgrönland ehe weniger, was an dem kalten und eisigen Untergrund liegt, der nur wenige Bohrungen zulässt. In Bezug auf Gas spielen die Provinzen Westsibirisches Becken, Östliche Barentsbasin und das Arktische Alaska eine bedeutende Rolle. 84% der Ressourcen sollen mit Hilfe von Offshoreanlagen gefördert werden können, weil sich der größte Teil der Lagerstätten vor den Küsten der Polarstaaten befindet. Am Nordpol und seiner unmittelbaren Umgebung hingegen ist nicht mit Gas zu rechen. Ob die Förderung der Vorkommen wirtschaftlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Billig wird die Erschließung auf keinen Fall. Die Wirtschaftlichkeit der Förderung hängt auch vom Ölpreis ab. Steigt er, ist eine Förderung lukrativer als wenn er sinkt. Die Erderwärmung und die damit verbundene Abschmelzung der Polkappen sollte die Förderung der arktischen Bodenschätze jedenfalls erleichtern, so ist man überzeugt. Unklarheit herrscht noch über die Verteilung der Rohstoffe. Die an die Arktis angrenzenden Länder Russland, Kanada, Dänemark, Norwegen und die Vereingten Staaten von Amerika erheben Anspruch auf einen Teil der fossilen Brennstoffe.

Die Bedenken der Umweltschützer

Umweltschützer befürchten Schäden durch defekte Rohrleitungen und Tankerunglücke, die sich schlimm auf das Ökosystem auwirken würden. Denn in dem kalten und jahreszeitabhängigen Ökosystem würden sich die Lebewesen nur sehr schwer davon erholen. Hinzu komme die schwierige Beseitigung von Ölschäden in abgelegenen Regionen mit Eisvorkommen.