Gaspreise - Die Entwicklung

Die Gaspreise steigen und werden es weiter tun. Da scheint kein Weg dran vorbei zu führen. Der Energiehunger scheint nicht gestillte werden zu können. Aufstrebende Länder wie China, Indien oder Brasilien treten in Konkurrenz zu den etablierten Industrienationen und lassen den Gaspreis in die Höhe schnellen. Was im Großen geschieht, merkt man auch im kleinen. So erhöht z.B. Deutschlands größter Energieversorger RWE zum 1. September kräftig die Erdgas Preise. 600.000 Privat- und Gewerbekunden zahlen dann im Schnitt 25% mehr als vorher. Als Begründung nannte RWE die deutlich gestiegenen Beschaffungskosten. Im Saarland werden die 35.000 RWE-Kunden einen Monat lang geschont und müssen dann aber ab dem 1. Oktober ebenfalls mehr zahlen. Mit der Einführung des Tarifs ist eine ein dreijähriges Festpreisangebot verbunden, das am 30. September 2011 endet. Wem der Tarif nicht behagt, der kann nach zwei Jahren kündigen. Auf den Kunden kommen in den nächsten Jahren noch weitere Belastungen in Form von dem geplanten Klimaschutzpaket der Bundesregierung und EU hinzu. Die geplante Verschärfung des Emissionshandels ist ein weiterer Grund für die nach oben steigenden Preise Gas.

Warm anziehen

Wenn das Geld für die Gasrechnung ansteigt, kann man sich auch warm anziehen, so der der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin. Wörtlich sagte er der Rheinischen Post:" Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können. " Sein Beitrag zur Debatte um steigende Energiepreise und Staatshilfen für Bedürftige sahen die politischen Gegner als Steilvorlage für Kritik. Die Gewerkschaften, Sozialverbände und die Linkspartei fordern Sozialtarife für Arme. Gysi warnte in diesem Zusammenhang sogar vor Kältetoten. Bisher werden nur Arbeitslosengeld II Empfängern die Heizkosten erstattet. Sarrazin kann sich noch gut an seine Jugend erinnern, als sein Vater morgens vor der Arbeit die Koksheizung anmachte und sich erst wieder abends nach Feierabend um sie kümmern konnte. Während des ganzen Zeitraums wäre die Zimmertemperatur nie über 16 Grad gestiegen. Der Wirtschaftsenator warnte seine Partei vor dem Abdriften ins Populistische bei diesem Thema.

Reaktionen

Politische Widersacher sahen die Aussage des Berliner Finanzsenators als Gelegenheit für die Verwandlung eines Elfmeters. Ob ihnen das gelingt und Sarrazin durch die ganze Sache Schaden nimmt, wird sich noch zeigen. Jedenfalls kamen natürlich die üblichen Rücktrittsforderungen und Verschmähungen auf den Tisch. So äußerte sich der Parlamentsgeschäftsführer der Linken, Ulrich Maurer, wie folgt:"Gegen Sarrazins soziale Kälte helfen auch Pullover nicht." Dabei ist Sarrazins Vorschlag, um der gegenwärtigen Gaspreisentwicklung entgegenzuwirken, doch nichts anderes als praxisbezogenes Denken. Was früher gut war, um die Kosten Gas zu senken, kann heute doch nicht schlecht sein.